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Sonnenblume
Foto: BMLFUW/Kern

Nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft

Nachwachsende Rohstoffe aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion stellen ein noch viel intensiver zu nutzendes Potenzial für die industrielle Produktion und energetische Nutzung dar.

So erlebt die österreichische Energieversorgung eine Neuorientierung und Umstellung auf erneuerbare Energieträger aus der heimischen land- und forstwirtschaftlichen Produktion. 

Die wichtigsten Vorteile der Verwendung nachwachsender Rohstoffe sind:
  • Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
  • Schonung von nicht erneuerbaren Ressourcen.
  • Biologische Abbaubarkeit.
  • Reinhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft.
  • CO-Neutralität.
  • Reduktion von Umweltbelastungen und Müllbergen.
  • Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung im ländlichen Raum.
  • Beitrag zur Erhaltung einer nachhaltig, gepflegten Kulturlandschaft.
 
Anbauflächen der nachwachsenden Rohstoffe
Wie haben sich die Anbauflächen für nachwachsende Rohstoffe (NAWAROS) entwickelt? Von 2002 bis 2006 haben sich die Anbauflächen der NAWAROS nahezu verdoppelt und betragen im Jahr 2006 rund 26.000 Hektar. Davon standen rund 5.000 Hektar für die Getreideproduktion (Weichweizen, Körnermais,...), 10.500 Hektar für Ölfrüchte (Raps, Sonnenblumen, ...), 10.100 Hektar für den Feldfutterbau (Silomais, Mariendistel, Elefantengras,...), rund 400 Hektar für Energieholz und kleinere Flächen für sonstige NAWAROS zur Verfügung.    
 
Verwendung der nachwachsenden Rohstoffe
Vorrangige Einsatzgebiete der nachwachsenden Rohstoffe sind die Verwendung von Holz als Baumaterial, von Biomasse für Heizzwecke sowie die Produktion von Verpackungsmaterial, neuen Verbundstoffen, Textilfasern oder von Rohstoffen für Lack- und Reinigungsmittel. Wesentliche Impulse sind in Forschung und Entwicklung zu setzen.
 
Unter dem Begriff Biomasse versteht man alle organischen Stoffe biogener, nicht fossiler, Art und umfaßt also in der Natur lebende und wachsende Materie und daraus resultierende Abfallstoffe, sowohl von der lebenden als auch schon abgestorbener organischer Masse.
 
Biomasse-Aktionsplan
Mit dem Biomasseaktionsplan legt die Europäische Kommission ein koordiniertes Konzept in der Politik der erneuerbaren Energien vor. Es geht um Maßnahmen gegen die Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern.
 
Im Biomasseaktionsplan wird dargelegt, wie die Nutzung von Biomasse-Energie aus Holz, Abfällen und Agrikulturpflanzen durch Schaffung wirtschaftlicher Anreize und durch die Beseitigung von Hindernissen, die der Entwicklung eines Marktes entgegenstehen, gefördert werden kann. Dadurch kann Europa seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, die Emission von Treibhausgasen senken und die Wirtschaftstätigkeit in ländlichen Gebieten beleben.
 
Der Biomasseaktionsplan stellt einen ersten koordinierenden Schritt auf diesem Weg dar. Darin werden Maßnahmen zur Förderung der Biomassenutzung zur Wärme- und Stromerzeugung sowie im Verkehr dargelegt und übergreifende Maßnahmen bezüglich der Biomasseversorgung und -forschung sowie finanzielle Aspekte beschrieben.
 
Die Österreichische Biomasse-Strategie
Österreich hat sich im Rahmen der EU verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2010 um 13 Prozent zu senken. Da die Emissionen in den 90er Jahren gestiegen sind, muss folglich der Einsatz fossiler Energieträger bis zum Jahr 2010 um mehr als 3 Mio. t Öleinheiten auf 18,5 Mio. t zurückgehen.
 
Eine Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieverbrauch ausgehend von 25 Prozent im Jahr 2002 auf 33 Prozent bis 2010 soll den Ausgleich schaffen. Der Anteil der landwirtschaftlich bedeutsamen Bioenergie sollte von 11,4 Prozent (2000) bis zu diesem Zeitpunkt auf 18 Prozent erhöht werden.
 
Zur Umsetzung dieser Quoten stellt das Lebensministerium maßgebliche Mittel für die Investitionsförderung landwirtschaftlicher Bioenergieanlagen, für die Beratung und für einschlägige Forschungsprojekte zur Verfügung.
 
Auf Grundlage des Ökostromgesetzes (BGBl. I Nr. 149/2002) wurde vom Wirtschaftsministerium eine Verordnung über die Preise für die Abnahme elektrischer Energie aus Ökostromanlagen (BGBl. II Nr. 508/2002) erlassen, die günstige Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energieträger schafft. Damit wurde der Richtlinie 2001/77/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt entsprochen. 
  
Biomasse zur Stromerzeugung
Mit dem Ökostromgesetz 2002 wurde eine bundesweit einheitliche Abnahme- und Vergütungsverpflichtung für Strom aus „Ökostromanlagen“ (Anlagen auf Basis von Sonnenenergie, Wind, Biomasse, Biogas, Deponie- und Klärgas, Geothermie und bestimmten Arten von Abfällen) eingeführt. Bis zum Jahr 2008 muss stufenweise ein Anteil von 4 Prozent gemessen an der Gesamtabgabe von Strom an die Endverbraucher aus diesen Energiequellen erreicht werden.

Mit der Umsetzung des Ökostromgesetzes wurde ein signifikantes Wachstum der Anlagen für Strom aus erneuerbaren Energieträgern ausgelöst.
  • Strom aus fester Biomasse: Es gab Anfang 2006 164 genehmigte Anlagen, die meisten davon in Niederösterreich und der Steiermark.
  • Strom aus flüssiger Biomasse: Im Jahr 2005 lag die Anzahl der anerkannten Anlagen bei 80, diese befanden sich vor allem in Niederösterreich.
  • Strom aus gasförmiger Biomasse (Biogas): Anfang 2006 gab es 323 anerkannte Anlagen.
Biomasse-Heizanlagen
Die Anzahl der installierten Biomasseheizanlagen zeigte seit Beginn der 1990er Jahre in allen Leistungsbereichen eine dynamische Entwicklung. Infolge der großen Bedeutung von Holz im Hausbrand liegt Österreich auch mit Blick auf seinen Biomasseanteil im europäischen Spitzenfeld. Führend ist Österreich auch bei der Herstellung moderner Holz- und Pelletskessel sowie bei der Errichtung moderner Biomasse-Fernwärmeanlagen.
 
Von 1980-2006 wurden insgesamt rund 98.109 automatische Holzfeuerungsanlagen mit einer Leistung von 6.860 MW errichtet. Es handelt sich dabei um 91.365 Kleinanlagen (bis 100 kW), darunter sind 47.377 Pelletszentralheizungen. Weiters wurden 5.963 mittlere Anlagen mit einer Leistung von 100 kW bis 1 MW sowie 781 Großanlagen über 1 MW errichtet. (1 MW (Megawatt) MW entspricht 1.000 kW (Kilowatt) kW.) 
 
Biomasse in Fernwärmeanlagen
Die Fernwärme aus Biomasse-Heizwerken ist in der Vergangenheit stark angestiegen. Von 1987 bis 2004 hat sich der Fernwärmeanteil aus Biomasse-Heizwerken verachtfacht, gleichzeitig ist der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der gesamten Fernwärme von 15 auf 67 Prozent angestiegen.
 
Ende Juni 2006 wurden als Folge der Ökostromförderung Biomasse(heiz)kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 235 MW und Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 57 MW in Betrieb genommen.
 
Biodiesel
Biodiesel ist ein flüssiger Kraftstoff, der aus Ölpflanzen (Raps, Sonnenblumen), aber auch aus Altspeiseöl und aus tierischen Altfetten hergestellt werden kann. Aus einem Hektar Raps kann etwa eine Tonne Biodiesel hergestellt werden. Das Potential an Altfett beträgt in Österreich ca. 60.000 t/Jahr, davon fallen rund 30.000 t in der Industrie, bei Großverbrauchern und im Gastgewerbe an und sind somit leicht zu sammeln.
 
2006 sind in Österreich 10 Biodieselanlagen mit einer Produktionskapazität von rund 187.000 t in Betrieb. Die Produktionskapazität hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit