Biobauern in Österreich
In Österreich ist jeder 10. Bauer Biobauer und produziert kontrollierte Bio-Produkte. Unter allen Landwirtschaftsformen gilt die biologische Landwirtschaft als die umweltschonenste. Bio ist aber mehr als der Verzicht auf Chemie.
Dahinter steht die Philosophie des ökologischen Wirtschaftens und Zusammenlebens mit der Natur und dem Wissen, dass diese natürlichen Ressourcen geschont werden müssen um sie an zukünftige Generationen ohne Wertverlust weitergeben zu können.Biologische Landwirtschaft ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die folgenden Prinzipien berücksichtigt:
- Möglichst geringer Einsatz von Fremdenergie, wie z.B.: Verzicht auf Kunstdünger.
- Nützen von natürlichen Selbstregulierungs-Mechanismen durch vielfältige Fruchtfolge und Einsatz von Nützlingen.
- Ernährung des Bodens und nicht der Pflanze durch sorgfältige Bearbeitung des Bodens und Ausbringung von Kompost.
- Möglichst geschlossene Kreisläufe, wie Kompost oder Mist, Jauche oder Gülle.
- Artgerechte Haltung der Tiere durch tierfreundliche Haltungssysteme. Das Futter muss aus der biologischen Landwirtschaft stammen und es dürfen keine Leistungsförderer wie z.B. Antibiotika als Futterzusatzstoff verwendet werden.
- Umweltschonung: Durch die Berücksichtigung all dieser Prinzipien kann der biologische Landbau eine weitgehende Umweltschonung garantieren.
Das österreichische Agrar-Umweltprogramm (ÖPUL) ist eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung der biologischen Landwirtschaft. Mit Genehmigung des "Programms der Ländlichen Entwicklung 2007-2013" Ende Oktober 2007 wird durch das Agrar-Umweltprogramm ÖPUL 2007 mittels der Maßnahme "Biologische Wirtschaftsweise" die biologische Bewirtschaftung weiterhin gefördert.
Seit dem Beitritt Österreichs zum Europäischen Wirtschaftsraum im Juli 1994 ist die EU-Verordnung 2092/91 über biologische Landwirtschaft und ihre Erzeugnisse gültiges Recht. Bio-Produkte müssen den Produktions-, Kennzeichnungs- und Kontrollregelungen dieser EU-Verordnung entsprechen.
Im Jahr 2006 gab es in Österreich 20.162 Biobetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von rund 361.000 ha, das sind rund 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (ohne Almen). Das bedeutet, dass mahr als 10 Prozent aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs Biobetriebe sind. Damit liegt Österreich im Spitzenfeld der EU-Länder.
Die rasante Entwicklung des Biolandbaus vollzog sich vor allem in den Grünlandgebieten Österreichs, die vorwiegend im alpinen Teil Österreichs, im Westen, angesiedelt sind. Die Grünlandwirtschaft in Österreich ist traditionellerweise sehr extensiv ausgerichtet, zu erwähnen ist auch die extensive Almbewirtschaftung. Die Umstellung auf biologische Bewirtschaftungsweisen war in Grünlandbetrieben meistens leichter möglich als für die Ackerland- und Sonderkulturenbetriebe.
In den vergangenen Jahren gab es aber auch in den Ackerbaugebieten einen Bio-Boom. Allein zwischen dem Jahr 2000 und 2006 hat sich die Bioackerfläche in Österreich von 69.000 ha auf rund 143.000 ha mehr als verdoppelt.
Viehhaltung gab es im Jahr 2006 in rund 17.500 Biobetrieben, das sind 86,5 Prozent der Biobetriebe. Der durchschnittliche Bestand je Betrieb betrug rund 16,7 Großvieheinheiten (GVE).
Fast zwei Drittel der österreichischen Biobetriebe sind Mitglied bei einem der Bioverbände. Die BIO AUSTRIA, die mit Beginn des Jahres 2005 offiziell ihre Tätigkeit aufgenommen hat, ist mit rund 14.000 Biobetrieben eine der größten Biobauernorganisationen weltweit.
Die Biokontrolle erstreckt sich auf den gesamten Produktionsprozess. Das heißt, dass nicht nur der Biobauer, sondern auch der Verarbeitungsbetrieb kontrolliert wird.
Damit die Konsumentinnen auf einen Blick biologisch erzeugte Lebensmittel erkennen können, wurde von der AMA-Marketing GesmbH das AMA-Biozeichen geschaffen. Für diese Produkte gilt, dass das Produkt gänzlich aus Rohstoffen aus der Biologischen Landwirtschaft hergestellt werden muss.
Der steigende Trend nach biologisch gesunder Ernährung findet im vermehrten Absatz von Bio-Produkten seinen Niederschlag. Wo werden die Bio-Produkte eingekauft? In Österreich ist der Supermarkt die mit 75 Prozent am Biolebensmittelumsatz wichtigste Vermarktungsschiene. Auf die regionale Vermarktung (Naturkostläden, Bäcker, Fleischer, Gastronomie, Großküchen) entfallen 10 Prozent und auf die Direktvermarktung (Bauernmärkte, Bauernläden, Zustelldienste, Partyservice und Ab-Hof-Verkauf) 15 Prozent. Experten schätzen den Gesamtumsatz an Biolebensmitteln in Österreich pro Jahr auf 450 Millionen Euro.
Umfangreiche Informationen zu Bio-Lebensmitteln finden Sie unter www.biolebensmittel.at. Bio-Lebensmittel können auch mittels BIO-Shopping über das Internet bestellt werden. Hier finden Sie die Adressen von 1.500 Biobäuerinnen und Biobauern mit ihrem Angebot.
22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


