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Futterwiese am Sumpfkopf (2400m)
Foto: Rita Newman

Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft

Eine umfassende ökologische Orientierung ist Ziel der österreichischen Agrarpolitik. Die Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft wird mithilfe des Agrar-Umweltprogramms ÖPUL 2007 sowie mit anderen Maßnahmen im Rahmen der Ländlichen Entwicklung 2007-2013 gefördert.

Die Landwirtschaftsbetriebe nehmen freiwillig daran teil. Sie tragen durch die umweltgerechte und extensive Bewirtschaftung zur Nachhaltigkeit der natürlichen Ressourcen bei.
 
Programm zur Ländlichen Entwicklung 2007-2013 – Der grüne Pakt für Österreichs Landwirtschaft 
 
Der Rahmen der ländlichen Entwicklung 2007-2013 ist ein auf Basis der Erfahrung modifiziertes Agrarumweltprogramm. Der Grüne Pakt für Österreichs Landwirtschaft, das Programm zur Ländlichen Entwicklung 2007–2013, wurde von der EU-Kommission Ende Oktober 2007 genehmigt. Dieses Programm wird auch der „grüne Pakt“ genannt.
 
Gemessen an seiner Fläche profitiert Österreich überproportional von den Geldern für die ländliche Entwicklung. Insgesamt werden für die nächsten 7 Jahre 3,9 Mrd. Euro von der EU zur Verfügung gestellt. Da diese EU-Mittel aus nationalen Mitteln (Bund und Länder) verdoppelt werden müssen, stehen für die ländliche Entwicklung von 2007 bis 2013 insgesamt 7,822 Mrd. Euro bereit.
 
Die Bergbauernförderung (Ausgleichszulage) und das Agrar-Umweltprogramm ÖPUL 2007 sind die zentralen Elemente. Neu ist, dass in der Programmperiode 2007-2013 die Investitions- und Regionaloffensive wesentlich verstärkt werden.
 
Die ländliche Entwicklung setzt vier Schwerpunkte:

Schwerpunkt 1: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
Schwerpunkt 2: Verbesserung der Umwelt und der Landschaft
Schwerpunkt 3: Lebensqualität im Ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
Schwerpunkt 4: Leader
 
Schwerpunkt 1: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
Kernelemente sind die Investitionsförderung zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe, die Förderung der Niederlassung von Junglandwirten und die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung.
 
Für den Schwerpunkt 1 stehen 13,8 Prozent der Programmmittel für die Programmperiode 2007-2013 zur Verfügung. Das sind 1,078 Mrd. Euro.
 
Schwerpunkt 2: Verbesserung der Umwelt und der Landschaft
Auf diesen Bereich entfallen 72 Prozent der Programmmittel. Das sind 5,661 Mrd. Euro. Kernelemente sind das Agrar-Umweltprogramm ÖPUL 2007 und die Bergbauernförderung (Ausgleichszulage). Aber auch Forstmaßnahmen werden aus diesem Schwerpunkt gefördert.
 
Agrar-Umweltprogramm ÖPUL 2007-2013
ÖPUL ist das „Österreichische Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft.
 
Ziel des Agrar-Umweltprogramms war und ist es, eine breite Umweltorientierung der heimischen Landwirtschaft zu gewährleisten. Zusätzliche Kosten bzw. Mindererträge, die sich dadurch ergeben, sollen durch das Agrar-Umweltprogramm ausgeglichen werden. Dabei geht es vor allem um Boden- und Gewässerschutz sowie um den Erhalt der Artenvielfalt.
 
Die Zahl der Maßnahmen von ÖPUL 2007 wurde auf rund 30 konzentriert. Die wichtigste Maßnahme, damit Österreich die Stellung als Bioland Nr. 1 ausbauen kann, bleibt die Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“.
 
Maßnahmenübersicht ÖPUL 2007:
  • Extensive und umweltschonende Bewirtschaftsweisen - Gesamter Betrieb oder gesamte Kulturart und Tierschutz
  •    Biologische Wirtschaftsweise
  •    Umweltgerechte Bewirtschaftung von Acker und Grünland
  •    Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel Acker
  •    Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel Ackerfutter und Grünland
  •    Verzicht Fungizide bei Getreide
  •    Umweltgerechte Produktion Heil- und Gewürzpflanzen, Alternativen und Saatgutvermehrung
  •    Integrierte Produktion Erdbeeren, Erdäpfel, Rübe
  •    Integrierte Produktion Gemüse
  •    Erosionsschutz Obst und Hopfen
       Integrierte Produktion Obst und Hopfen
  •    Erosionsschutz Wein
  •    Integrierte Produktion Wein
  •    Integrierte Produktion im geschützten Anbau
  •    Tiergerechte Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen
  • Kulturlandschaft und Naturschutz
  •    Silageverzicht
  •    Streuobstbestände
  •    Mahd von Steilflächen
  •    Bergmähder
  •    Alpung/Behirtung
  •    Ökopunkte
  •    Seltene Nutztierrrassen
  •    Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen
  •    Naturschutz und Oberflächenwasserschutz
  • Boden-, Klima- und Wasserschutz
  •    Begrünung von Ackerflächen
  •    Mulch- und Direktsaat
  •    Regionalprojekt für Grünlanderhaltung und Gewässerschutz
  •    Vorbeugender Gewässerschutz
  •    Stilllegung besonders auswaschungsgefährdeter Flächen
  •    Untersaat Mais
  •    Verlustarme Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und Biogasgülle
 
Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete
Die Förderungsmaßnahme „Ausgleichszulage“ hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, sodass auch in der neuen Programmplanungsperiode die eingeschlagene Vorgangsweise beibehalten wird. Die Antragstellung erfolgt über den Mehrfachantrag.
 
Die Höhe der Ausgleichszulage (AZ) ist weiterhin abhängig von der Art und dem Ausmaß der AZ-fähigen Fläche (Futterflächen werden höher gefördert als sonstige AZ-fähige Flächen), von der Anzahl der Berghöfekataster-Punkte als Maß der Erschwernisbeurteilung und von der Art des Betriebes.
 
Zur Beurteilung der Erschwernis dient auch weiterhin der neue Berghöfekataster (BHK). In drei Hauptkriterien, wo vor allem die grundstücksbezogenen Hangneigung, die Erreichbarkeit  sowie Klima- und Bodenverhältnisse des Betriebes Berücksichtigung finden, wird die Erschwernissituation des Betriebes in einem Berghöfekataster-Punktewert zum Ausdruck gebracht. Dieser Punktewert fließt in die Berechnung des AZ-Betrages des Betriebs ein.
 
Selbstverständlich erhalten auch weiterhin Nicht-Bergbauern (Betriebe ohne BHK-Punkte), die AZ-fähige Flächen im Benachteiligten Gebiet bewirtschaften, die Ausgleichszulage, allerdings im geringeren Ausmaß als Bergbauernbetriebe. Rund zwei Drittel der Nicht-Bergbauernbetriebe sind in Gebieten zu finden, die durch einen niedrigen Bodenertrag und andere ständige spezifische Nachteile charakterisiert sind, also im „Sonstigen Benachteiligten Gebiet“ und in den „Kleinen Gebieten“.
 
Maßnahmen für den Wald
Im neuen Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes 2007-2013 stehen rund 175 Mio. Euro für forstliche Förderungsmaßnahmen zur Verfügung.
 
Schwerpunkt 3: Lebensqualität im Ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
 
Mit Schwerpunkt 3 - Lebensqualität im Ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft werden die bisherigen Artikel 33-Maßnahmen der alten Programmperiode vollkommen neu ausgerichtet. Die Neuausrichtung umfasst inhaltliche, beihilfenrechtliche und auch finanzielle Aspekte. Insgesamt werden bis 2013 506 Mio. Euro bereitgestellt.
 
Im Schwerpunkt 3 sind jene Maßnahmen zusammengefasst, die über den mittelbaren Bereich der Land- und Forstwirtschaft hinausgehen, wie z.B. nichtagrarische Betriebe, Gemeinden sowie verschiedenste Projektträger.
 
Schwerpunkt 4: Leader
Leader ist eine Initiative zur Unterstützung von ländlichen Regionen. Mit der Reform der Ländlichen Entwicklung für die Periode 2007 bis 2013 wird Leader in das Ländliche Entwicklungsprogramm integriert.
 
Der regionale Ansatz bietet für die Landwirtschaft beste Vorraussetzungen. Von 2007 bis 2013 werden 5,5 Prozent, das sind 423 Mio. Euro für Leader-Projekte reserviert. 
 

Auslaufendes Programm ÖPUL 2000 

ÖPUL 2000 ist das Vorläuferprogramm von ÖPUL 2007. ÖPUL 2000 war für den Zeitraum 2000-2007 ausgelegt.
 
Mit dem Programm ÖPUL 2000 hat Österreich innerhalb der EU das umfangreichste und differenzierteste Agrar-Umweltprogramm verwirklicht.
 
ÖPUL will die umweltfreundliche Extensivierung der pflanzlichen und tierischen Erzeugung fördern. Es soll ein Anreiz für die langfristige Stilllegung von landwirtschaftlichen Flächen aus Gründen des Umweltschutzes geboten werden. Diese Förderungsgelder für die Landwirtschaft sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum und lösen positive Impulse für die regionale Wirtschaftsstruktur aus.
 
Gegenüber einigen anderen EU-Ländern, die ihre Umweltprogramme nur in abgegrenzten, umweltsensiblen Gebieten einsetzen, hat das österreichische Umweltprogramm eine weitgehend flächendeckende Teilnahme der österreichischen Landwirtschaft zum Ziel. 
  
Am Programm ÖPUL 2000 nahmen im Jahr 2006 126.600 Betriebe mit Prämienauszahlung teil, das sind 75,2 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe mit landwirtschaftlich genutzter Fläche.
 
Die im Umweltprogramm erfassten Flächen ohne Almflächen betrugen rund 2,22 Mio. Hektar, das sind 87,6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Österreichs. Mit dieser hohen Teilnahme am Umweltprogramm lag Österreich im Spitzenfeld der EU-Staaten.
 
Insgesamt wurden durch die EU, den Bund und die Länder rund 643 Mio. Euro an Förderungsgeld ausgezahlt. Mit der Förderungsabwicklung des ÖPUL ist die Agrarmarkt Austria (AMA) betraut.

22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit