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Kalb auf der Weide
Foto: Rita Newman

Bäuerliche kleinstrukturierte Landwirtschaft

Nur 19 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche im Schnitt hat ein österreichischer Bauernhof. Bewirtschaftet wird großteils durch bäuerliche Familien.

Österreichs Landwirtschaft ist von klein- und mittelbäuerlichen, also kleinräumigen Strukturen geprägt. Der Großteil der Betriebe, nämlich rund 113.000, das sind rund 60 Prozent, bewirtschaftet weniger als 20 Hektar Gesamtfläche. Insgesamt wurden in Österreich im Rahmen der Agrarstrukturerhebung 2005 189.600 Betriebe gezählt.
 
Das Bundesland mit den meisten landwirtschaftlichen Betrieben (46.000) und der größten landwirtschaftlich genutzten Fläche ist Niederösterreich. Danach folgen die Steiermark (43.000) und Oberösterreich (36.000).

Von den insgesamt 189.600 Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieben sind nur noch 39,3 Prozent Haupterwerbsbetriebe, 56,4 Prozent sind Nebenerwerbsbetriebe und 4,4 Prozent werden von juristischen Personen geleitet.
 
Nur 35 Hektar Kulturfläche (land- und forstwirtschaftlich genutzte Fläche), davon 19 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche hat im Schnitt ein österreichischer Bauernhof. Der mittlere Viehbesatz pro Hektar ist vergleichsweise niedrig.
 
Im Jahr 2006 gab es in Österreich 20.162 Biobetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von rund 361.000 ha, das sind rund 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (ohne Almen). Das bedeutet, dass mahr als 10 Prozent aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs Biobetriebe sind. Damit liegt Österreich im Spitzenfeld der EU-Länder. 
 
Im Jahr 2006 wurden insgesamt 71.000 Betriebe als Bergbauernbetriebe nach den Berghöfekatastergruppen 1-4 ausgewiesen. Die durchschnittliche landwirtschaftliche Fläche eines Bergbauernbetriebs beträgt nur 13,5 ha.

Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei an der Bruttowertschöpfung der Volkswirtschaft insgesamt betrug 2006 rund 1,7 Prozent.
 
Der Gesamtproduktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug im Jahr 2006 7,13 Mrd. Euro. Davon betrug der Produktionswert der österreichischen Landwirtschaft rund 5,68 Mrd. Euro (79,9 Prozent), darunter entfielen 2,395 Mrd. Euro auf die pflanzliche Produktion und 2,784 Mrd. Euro auf die tierische Erzeugung. Der Produktionswert der Forstwirtschaft betrug 2006 rund 1,45 Mrd. Euro (20,3 Prozent).
 
In Österreich gab es im Jahr 2006 insgesamt rund 3,5 Mio. Erwerbstätige, die 80 Prozent der Staatsfläche Österreichs bewirtschafteten. Davon waren 180.500 in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Das sind rund 5,1 Prozent aller Erwerbstätigen. Von den in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten waren 149.000 Arbeitskräfte nicht entlohnte (familieneigene) Arbeitskräfte und über 31.000 entlohnte Arbeitskräfte. Diese Zahlen beweisen die Wichtigkeit der bäuerlichen Familie für den Hoferhalt. 
  
Verteilung der Kulturarten
Von den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben wird eine Gesamtfläche von rund 7,5 Mio. Hektar bewirtschaftet. Davon sind 6,5 Mio. Hektar Kulturflächen, die sich aus land- und forstwirtschaftlich genutzter Fläche zusammensetzten, sowie 0,9 Mio. Hektar sonstige Flächen.
 
Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst rund 3,3 Mio. Hektar, die landwirtschaftlich genutzte Fläche ohne Almen und Bergmäher beträgt 2,5 Mio. Hektar. Der Großteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist Dauergrünland mit rund 1,8 Mio. Hektar und Ackerland mit 1,4 Mio. Hektar, das sich vor allem in außeralpinen Gebieten im Osten Österreichs befindet. Kleinere Flächen sind Weingärten, Obstanlagen, Haus- und Nutzgärten sowie Reb- und Baumschulen.

Im alpinen Raum dominiert das Dauergrünland mit rund 1,8 Mio. Hektar. Die regionale Verteilung der Kulturarten ist sehr unterschiedlich. Die Bewirtschaftung der Grünlandflächen erfolgt mit einer geringen Viehbesatzdichte und einem äußerst niedrigen Einsatz von Mineraldüngern und Herbiziden. Das Grünland in Österreich wird vorbildlich ökologisch und standortbezogen bewirtschaftet.
 
Die Artenvielfalt auf den heimischen Wiesen und Weiden liegt im Durchschnitt bei rund 30 bis 50 verschiedenen Arten aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen. Diese Artenvielfalt zeigt sich in der hohen Qualität der österreichischen Rohmilch.
 
Der gesamte forstwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst 3,31 Mio. Hektar, der Großteil davon ist Wald mit 3,30 Mio. Hektar. Kleine Flächen sind Christbaumkulturen, Energieholzflächen und Forstgärten.     
 
 
Gentechnik und Landwirtschaft
Der Umgang mit Gentechnik in der Landwirtschaft ist eine Schlüsselfrage für die österreichische Landwirtschaft. Für Österreich gilt, dass sowohl Bäuerinnen und Bauern wie auch Konsumentinnen und Konsumenten der Gentechnik skeptisch gegenüberstehen. 

22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit