KARTOFFELN: Regen behindert Ernte
(BZ Nr. 25 vom 24. Juni 2010) – Der österreichische Frühkartoffelmarkt steht weiter unter dem Einfluss der nasskalten Witterung.
Die erneut stark ausgefallenen Niederschläge am Wochenende führten flächendeckend zu einem kompletten Rodestopp. Am Dienstag konnten die Erntearbeiten auf leichten Sandböden wieder aufgenommen werden. Die verfügbaren Mengen sind weiter knapp und werden von den Händlern zügig aufgenommen. Die Erzeugerpreise haben sich zu Wochenbeginn auf dem Vorwochenniveau eingependelt und liegen zwischen 40 Euro je dt in Oberösterreich und 30 Euro je dt in der Steiermark. In Niederösterreich, dem größten Anbaugebiet Österreichs, werden die Frühkartoffeln meist um 35 Euro je dt übernommen.In Deutschland bleibt der Frühkartoffelmarkt weiter sehr knapp versorgt. Von der um diese Jahreszeit üblichen reichlichen Versorgung mit Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum kann heuer keine Rede sein. Aus allen Lieferländern kommt nur ein knapp bedarfsdeckendes Angebot und die Einkaufspreise von Importware bewegen sich weiter über 60 Euro je dt. Der Lebensmitteleinzelhandel ist daher bestrebt, sich möglichst rasch mit schalenfester deutscher Ware zu versorgen. Dies ist aber derzeit nur eingeschränkt möglich. Innerhalb Deutschlands bleiben die Pfalz und Baden-Württemberg die einzigen beiden Regionen, aus denen nennenswert Ware zu bekommen ist.
Martin Schildböck, Landwirtschaftskammer NÖ
24.06.2010, Österr. Bauernzeitung

